Mit der Tour W-13 startet für Westwood Logistics ein neues Kapitel: Erstmals rollt nicht irgendein gemieteter Fuhrpark-Lkw, sondern der eigene Scania R mit 420 PS und 4×2-Konfiguration auf große Fahrt. Von Frankfurt nach Uppsala bringt der Truck 20.252 kg Altverpackungen nach Schweden – wirtschaftlich sauber, ohne Tickets, ohne Schäden und mit einer Route, die einen großen Teil der geplanten Landkilometer auf die Ostsee verlagert.
Das Navi hatte rund 1.614 Kilometer auf dem Zettel, tatsächlich gefahren wurden nur 742 Kilometer – der Rest wanderte auf zwei Fährpassagen. Am Ende stehen 32.595 € Einnahmen, Betriebskosten von 3.437 € und damit ein Profit von 29.158 €. Der erste eigene Scania beweist gleich auf Tour eins, dass sich vernünftiger Umgang mit Material und Route auszahlt.
Erster Einsatz für Truck #01: Start bei IKA Bohag in Frankfurt
W-13 beginnt auf dem Hof von IKA Bohag in Frankfurt. Zwischen Marktfront, Ladehof und typischen Gewerbeflächen wartet kein Standard-Auflieger mehr aus der Vermietung, sondern der erste eigene Scania im Westwood-Design. Die Fracht: knapp 20 Tonnen Altverpackungen, also optisch unspektakulär, wirtschaftlich aber ein solider Auftrag in Richtung Skandinavien.
Die Stimmung ist entsprechend konzentriert: Auf dem Papier ist es „nur“ eine weitere Tour nach Uppsala, in der Lore aber etwas anderes – ab jetzt wird mit eigenem Material Geld verdient. Jeder Kratzer landet direkt in der Firmenbilanz, nicht beim Vermieter. Ein guter Zeitpunkt, um das Thema „defensive Fahrweise“ nicht nur im Schulungsskript stehen zu haben.

Rhein-Main nach Norden: Eingewöhnung mit Tankstopp in Kassel
Aus dem Rhein-Main-Gebiet geht es auf die bekannten Autobahnen Richtung Norden. Die ersten Kilometer mit dem eigenen Scania dienen zur Eingewöhnung: 420 PS sind kein Hochleistungsmonster, aber in Kombination mit Retarder und moderner Bremsanlage ein verlässliches Paket. Der Fahrstil pendelt sich schnell ein: früh bremsen, sauber schalten, reichlich Abstand – mehr Ingenieursdenken als Showfahrt.
Bei Kassel steht der erste geplante Servicepunkt auf der Liste: Diesel. Für 429 € wird der Tank gefüllt, während der Blick über den Auflieger noch einmal bestätigt, dass die Ladung ruhig liegt. Ein kurzer Moment Alltag an der Raststätte, bevor die Route endgültig auf Ostsee-Kurs schwenkt.

Travemünde: Entscheidung für die Fähre statt Landbrücke
Je weiter es nach Norden geht, desto klarer wird der Fahrplan: Statt den kompletten Landweg über Dänemark und Schweden abzufahren, setzt W-13 auf die Fährroute. Im Hafen von Travemünde reiht sich der Scania zwischen anderen Fernverkehrszügen ein und nimmt Kurs auf Liebau. Die Fährkosten von 1.375 € sind kein Schnäppchen, aber deutlich günstiger als mehrere hundert zusätzliche Landkilometer samt Verschleiß, Zeit und Risiko.
Es ist die Art Entscheidung, die man mit eigenem Material anders bewertet: weniger Asphalt bedeutet weniger Chancen für Unfälle, Bußgelder oder spontane Begegnungen mit der Leitplanke. Statt Sightseeing über Brücken gibt es also Kabinenzeit auf der Ostsee – aus Sicht der Spedition eine erfreulich unromantische, dafür wirtschaftlich logische Wahl.

Durch das Baltikum: Diesel in Estland, Transit statt Tourismus
Nach der Überfahrt Travemünde → Liebau geht es auf baltischen Straßen weiter Richtung Estland. Die Szenerie: flache Landschaften, Industrieareale, vereinzelt dörfliche Strukturen. Im Vordergrund steht aber der Transitgedanke – die Route soll funktionieren, nicht im Postkartenkalender landen.
In Estland wird der zweite größere Tankstopp eingelegt: 488 € Diesel fließen in den Scania. Die Kombination aus guter Versorgungslage, noch moderaten Preisen und klarer Routenplanung sorgt dafür, dass W-13 weiterhin streng im Zeit- und Kostenkorridor bleibt. Weit weg von Frankfurt, aber fachlich exakt da, wo eine ordentliche Nordeuropa-Tour sein soll.
Windau und zweite Fähre: Rinderstatue statt Leitplanke
Als nächster maritimer Knotenpunkt steht Windau (Ventspils) auf dem Programm. Die Zufahrt durch die Stadt führt an der bekannten Rinderstatue vorbei – ein kurzer visueller Marker dafür, dass W-13 inzwischen fest im Baltikum angekommen ist. Statt Stadtbummel bleibt es bei der Durchfahrt: Der Auflieger ist voll, der Zeitplan straff, und der erste eigene Truck soll weiter Geld verdienen, nicht Bilder sammeln.

Von hier aus geht es auf die zweite Fährverbindung: Windau → Nynäshamn. Die Passage schlägt mit weiteren 1.145 € zu Buche, reduziert aber erneut die Landkilometer deutlich. In der Summe ergibt sich ein Routenprofil, das auf dem Papier „ungewöhnlich“ aussieht, aus Sicht der Betriebswirtschaft aber genau das liefert, was man mit eigenem Lkw gerne sieht: kalkulierbare Kosten und minimierte Risiken.
Nynäshamn und Schweden-Etappe: Skandi-Korridor nach Uppsala
Mit der Ankunft in Nynäshamn setzt W-13 wieder auf festen skandinavischen Boden auf. Über der Einfallstraße wacht eine Kirche auf einem Felsen – ein typischer Bildausschnitt, der zeigt, dass man hier nicht mehr im Baltikum unterwegs ist, sondern im klassischen Schweden-Setting.

Die Landetappe nach Norden führt vorbei an Stockholm. Kurz vor der Hauptstadt zeigt sich das IKA-Hauptquartier, später die Wasserfront mit Brücken und Lichtern. W-13 nimmt diese Kulisse aus der Kabine mit, ohne den Fokus auf den Auftrag zu verlieren – Skandi-Atmosphäre ja, Umwege nein.

Abseits der visuellen Reize bleibt die Fahrweise konsequent defensiv. Der eigene Scania soll in der Bilanz nicht als „Premierenopfer“, sondern als verlässliches Arbeitstier auftauchen. Kein unnötiges Risiko, keine Spielerei mit Tempolimits, keine Begegnungen mit der schwedischen Rennleitung – und das funktioniert: 0 % Schaden an Zugmaschine, Auflieger und Fracht, 0 € Bußgelder.
Ankunft bei GNT Uppsala: Bekanntes Ziel, neuer Truck
Der Zielpunkt von W-13 ist GNT Uppsala – ein Hof, den Westwood bereits aus früheren Touren kennt. Diesmal rollt der Zug aber nicht als gemieteter Sammelposten ein, sondern als firmeneigener Scania mit sauberer Bilanz. Die Rangiermanöver laufen ruhig, die Altverpackungen werden ohne Verzögerung entladen, und im Hintergrund rechnet die Buchhaltung bereits die nächsten Skandinavien-Projekte durch.

Unterm Strich liefert W-13 genau das, was man sich für die erste Tour mit eigenem Truck wünscht: eine ruhige, professionelle Fahrt mit klarem wirtschaftlichem Ergebnis. Die Kombination aus Fährstrategie, defensiver Fahrweise und fehlenden Tickets sorgt dafür, dass nach Abzug aller Betriebskosten 29.158 € Profit und ein Firmenkapital von 74.365 € im Log stehen. Deutschland ist voll, Nordeuropa ist im Aufbau – und Truck #01 hat seinen Platz in der Westwood-Lore sicher.
