Die Tour W-11 führt Westwood Logistics von Frankfurt nach München. Am Haken hängt eine 13 t schwere Metallspule, im Navi stehen zunächst rund 336 Kilometer, am Ende werden es durch Umleitung und Schlenker etwa 420 Kilometer. Bußgelder und Schäden: jeweils 0. Unterm Strich bleibt ein Profit von 2.954 € – eine dieser unspektakulären, aber äußerst beliebten Buchhaltungs-Touren.
Strategisch schließt W-11 gleich mehrere Lücken im Deutschlandnetz: Die Relation DomDepo Frankfurt → Kathode München festigt die Südachse, bindet die Region Stuttgart besser an und zeigt nebenbei, wie realistisch Umleitungschaos im Rhein-Neckar-Raum simuliert werden kann.
Start bei DomDepo in Frankfurt: Heimspiel mit 13 Tonnen Metall
W-11 beginnt auf dem Hof von DomDepo Frankfurt. Zwischen Lagerhallen, Staplern und Industriefassaden wird eine massive Metallspule auf den Auflieger gesetzt. Die Fracht ist schwer, aber übersichtlich – ein klassischer „Heimspielauftrag“ im eigenen Kerngebiet, nur eben mit Ziel München statt der üblichen Rhein-Main-Runde.

Die Stimmung ist entsprechend: keine große Expedition, sondern ein gezielter Schlag nach Süden. Auftrag klar, Strecke überschaubar, Wetter unauffällig – ideale Voraussetzungen, um eine Tour zu fahren, an die sich später vor allem die Buchhaltung mit einem zufriedenen Nicken erinnert.
Rhein-Main und A5: Dichtverkehr im Planmodus
Nach Verlassen des Hofes taucht W-11 in die bekannte Rhein-Main-Verkehrswirklichkeit ein. Zubringer, Autobahnkreuze, dicht befahrene Spuren – der übliche Mix aus Pendler-Pkw, Lkw-Kolonnen und dem Gefühl, ständig kurz vor der nächsten Baustelle zu sein. Die A5 wird angesteuert, der erste Plan steht: gerade runter Richtung Mannheim und weiter gen Süden.

Bis Mannheim-Nord läuft alles nach Drehbuch. Dann taucht die Realität des deutschen Fernverkehrs auf: Die A5 ist ab diesem Bereich voll gesperrt. Was auf der Karte nach einer geraden Linie aussah, verwandelt sich vor Ort in Umleitungspfeile, Stauwarnungen und die spontane Erkenntnis, dass „kurze Tour“ nicht automatisch „kurze Fahrzeit“ bedeutet.
Umleitung um Mannheim: Zickzack durch Baustellen-Deutschland
Statt sauberer Transitspur gibt es jetzt Stadt- und Zubringerverkehr. Die Route windet sich über Abfahrten, Ampelkreuzungen und kleinere Verbindungen rund um Mannheim. Für den Fahrer bedeutet das: mehr Schalten, mehr Spiegelarbeit, mehr Geduld – aber immerhin bleibt es bei einer praktischen Live-Erinnerung daran, wie konsequent Baustellen-Deutschland die Theorie von der „direkten Verbindung“ relativieren kann.
Trotz zusätzlicher Kilometer bleibt die Fahrt diszipliniert. Keine spontane Hektik, keine Abkürzungs-Experimente, keine Einträge in die Bußgeldliste. Die Bilanz zur Halbzeit: Strecke länger als geplant, Nervenkostüm leicht beansprucht, Kontostand und Fahrzeugzustand weiterhin makellos.

Weiter Richtung Süden: Südwest-Achse schließen
Nach dem Umleitungskapitel geht es zurück auf die größeren Achsen. Bereich Karlsruhe / Richtung Stuttgart: Autobahn, Hügellandschaft, Waldstreifen und der typische Verkehrsfluss im Südwesten. Kein Hochgebirge, aber deutlich abwechslungsreicher als eine schnurgerade Norddeutschland-Passage.
Für Westwood ist diese Etappe mehr als nur Transit. Die Strecke füllt eine bisher fehlende südliche Verbindung im Netz – die Achse, die das Rhein-Main-Gebiet mit dem Raum Stuttgart und weiter nach Bayern verbindet. W-11 setzt hier quasi die Linien auf der internen Deutschlandkarte nach, die bisher nur als Plan im Hintergrund existierten.

Auf der Achse nach München: Alltag mit Blick nach Bayern
Hinter Stuttgart wird der Verkehr stellenweise ruhiger, die Route klarer. Die Autobahn zieht Richtung Bayern, die Metallspule liegt stabil auf dem Auflieger, der Tempomat erledigt seinen Teil. Es ist einer dieser Abschnitte, in denen die Tour in den Arbeitsalltag übergeht: keine besonderen Vorkommnisse, aber ein stetiger Fortschritt Richtung Ziel.
Während W-11 Kilometer frisst, schiebt sich die Deutschlandkarte im Hintergrund ein Stück weiter in Richtung „komplett“. Jede abgefahrene Stadt, jede neue Relation macht künftige Touren flexibler – und genau in dieser Funktion liegt die eigentliche Stärke der Strecke Frankfurt → München.

Ankunft bei Kathode in München: Metallspule ohne Macke
Je näher München rückt, desto klarer zeichnet sich das Ziel ab: der Hof von Kathode München. Die Zufahrt führt durch das bekannte bayerische Umfeld aus Stadtrandstraßen, Ausfahrten und Beschilderung in Richtung Gewerbegebiete. W-11 hält den Kurs unauffällig – exakt so, wie es eine 13-t-Spule Stahl verdient.

Auf dem Zielhof läuft das Rangieren routiniert ab. Die Metallspule wird ohne Kratzer an die Rampe gebracht, 0 % Schaden an Zugmaschine und Auflieger bleiben als saubere technische Bilanz im Log stehen. Keine Tickets, kein Blechschaden, dafür ein Plus von 2.954 € – W-11 ist eine dieser Touren, die in keinem Highlight-Video auftaucht, aber leise dafür sorgt, dass das Deutschlandnetz dichter und die Bilanz stabiler wird.

