Die dritte Linie von Westwood Logistics trägt intern das Kürzel W-03: Hamburg → Kassel. 284 Kilometer auf dem Papier, am Ende rund 355 Kilometer auf dem Tacho – mit Schlenker über Hannover und einer Umleitung wegen eines Unfalls an der Ausfahrt Kassel-Ost. 19 Tonnen Motorenöl im Auflieger, kein eigener Truck, kein Kredit – nur Strecke, Konzentration und die Aufgabe, die Fracht unbeschädigt in Nordhessen abzuliefern.
Start in Hamburg: Köhlbrandbrücke als Übergang
W-03 startet dort, wo W-02 geendet hat: im Hamburger Hafen. Die Nacht an der Köhlbrandbrücke markiert gleichzeitig den Abschluss der Nordtour von Köln und den Ausgangspunkt für den Lauf nach Kassel. Dieselbe Kulisse, neuer Auftrag – der Trailer ist frisch beladen, die Route führt diesmal nicht weiter nach Norden, sondern in die Mitte der Republik.

Nach der Nachtfahrt bleibt kaum Zeit für Romantik: Papiere checken, Route im Navi kontrollieren, dann raus aus dem Hafengebiet. Ziel: erst Hannover, dann Kassel – und wenn möglich ohne Schäden, Strafen oder Zeitdruck.
Hannover: Morgenlicht an der Messe
Statt Hamburg einfach nur nach Süden zu verlassen, setzt W-03 einen bewussten Haken über Hannover. Die Messe liegt im klaren Morgenlicht, Glasfronten, Banner, ein fast leerer Parkplatz – typische „vor Messebeginn“-Stimmung, nur eben im ETS2-Kosmos. Der Schlenker ist kein Zufall: Hannover soll als Knotenpunkt im Deutschland-Netz von Westwood Logistics erfasst werden.

Danach geht es zurück auf die Autobahn. Der Tacho bleibt ruhig, die Fracht liegt sauber, und W-03 fühlt sich zu diesem Zeitpunkt noch wie eine unspektakuläre, aber produktive Inlandsverbindung an.
Kassel-Ost: Unfall und Umleitung über die A4
Kurz vor Kassel kippt die Routine. An der Ausfahrt Kassel-Ost steht ein Auffahrunfall: Feuerwehr, zwei beschädigte Pkw, Blaulicht, gesperrter Anschluss. Für den normalen Verkehr bedeutet das Stau, für W-03 heißt es: Die geplante Ausfahrt ist dicht, die Route muss neu gedacht werden.

Statt direkt in die Stadt abzubiegen, geht es weiter über die A7 und dann in einem größeren Bogen auf die A4. Unterm Strich landen rund +170 zusätzliche Kilometer auf dem Tacho. Wirtschaftlich drückt das die reale €/km-Bilanz, aber die Tour bleibt sauber: 0 % Schaden, 0 € Bußgelder, die Fracht bleibt intakt. Im WL-Logbuch läuft W-03 damit als Musterbeispiel für einen „betriebsbedingten Umweg“.
Ankunft in Kassel: Naturkundemuseum mit Dino
Nach der Umleitung führt die Strecke schließlich doch hinein nach Kassel. Bevor es endgültig auf den Hof geht, bleibt noch ein kurzer Blick auf das Naturkundemuseum mit seinem Dinosaurier vor dem Gebäude – ein eigenwilliger, aber markanter Schlusspunkt für eine Tour, die auf dem Papier einfach nur Hamburg → Kassel heißt und in der Praxis deutlich mehr war.

Kurz darauf ist der Hof erreicht. Rangieren, andocken, entladen. W-03 geht ohne Schäden und ohne Strafzettel ins Logbuch ein – mit nominell 284 geplanten Kilometern, real rund 355 gefahrenen Kilometern und dem guten Gefühl, eine schwierige Verkehrssituation ruhig und professionell gelöst zu haben.
