Die Tour W-10 verbindet den GNT-Hof in Uppsala mit dem Stokes-Standort in Erfurt. Auf dem Trailer liegen 7 Tonnen Strohballen, im Navi stehen zunächst rund 1.529 Kilometer, am Ende werden es real etwa 1.241 Kilometer. Mit 9.605 € Einnahmen, insgesamt 560 € Bußgeldern und jeweils 1 % Schaden an Zugmaschine und Auflieger durch kräftigen Seegang auf der Ostsee-Fähre bleibt W-10 trotz kleiner Schrammen klar profitabel – der ausgewiesene Profit nach Bußgeldern liegt bei 9.045 €. Nebenbei zieht Westwood das Netz vom hohen Norden zurück ins mitteldeutsche Stammland und nimmt Magdeburg als neuen Knotenpunkt auf.
Start in Uppsala: GNT-Hof, Strohballen und kalte Morgenluft
W-10 startet auf dem Betriebshof von GNT Uppsala. Zwischen Lagerhallen, Beton und skandinavisch nüchterner Industriearchitektur wird der Auflieger mit Strohballen beladen. Die Luft ist kalt, die Beleuchtung eher funktional als gemütlich – kurz gesagt: perfekte Rahmenbedingungen, um eine lange Rücktour Richtung Deutschland anzuschieben.

Die ersten Meter führen durch den Stadtverkehr von Uppsala. Ampeln, Kreuzungen und spurtreue Schweden sorgen dafür, dass man schnell wieder im regulären Straßentakt ist. Genau hier passiert der obligatorische „Skandi-Moment“: Das Licht bleibt kurz aus, die Polizei nicht. 240 € Bußgeld für Fahren ohne Licht markieren den Start der Tour – kein Drama für die Bilanz, aber ein Eintrag in die interne Erinnerungsrubrik „Dinge, die man nur einmal vergisst“.

Südwärts durch Schweden: lange Geraden und ruhige Etappen
Südlich von Uppsala öffnet sich die typische Kulisse Mittelschwedens: lange Land- und Schnellstraßen, Wälder, Felsen und immer wieder Seen hinter Baumreihen. Das Verkehrsaufkommen bleibt moderat, die Geschwindigkeit pendelt sich bei 80–90 km/h ein. W-10 läuft hier im klassischen Langstreckenmodus – wenig Spektakel, viel sauberes Kilometerfressen.
Trotz der ruhigen Grundstimmung bleibt die Tour nicht ganz ohne Zwischenfall: Ein Unfall in Schweden bringt zusätzlich 320 € Bußgeld ein. Für die Gesamtbilanz ist das ein verschmerzbarer Dämpfer, für die interne Schulungsliteratur ein weiterer Hinweis darauf, dass Konzentration auch auf den vermeintlich einfachen Abschnitten Pflicht bleibt.

Runter an die Küste: Kurs auf Trelleborg
Je näher Trelleborg rückt, desto mehr verändert sich der Charakter der Strecke. Aus den ruhigeren Waldabschnitten werden stärker befahrene Verbindungswege, der Verkehr verdichtet sich, die Beschilderung führt klar Richtung Küste. Im Hintergrund steht dabei immer derselbe Plan: rechtzeitig am Fährhafen sein, ohne neue Strafzettel und ohne Experimente mit der Lenkzeit.
Ostseequerung: Fähre Trelleborg → Rostock
Am Hafen von Trelleborg reiht sich W-10 in die Warteschlange vor der Ostsee-Fähre ein. Sobald der GNT-Auflieger an Bord steht, übernimmt ausnahmsweise nicht der Fahrer, sondern das Wetter die Kontrolle über den Komfort der Tour. Die Überfahrt Richtung Rostock verläuft zwar planmäßig, aber mit spürbarem Seegang – genug, um Zugmaschine und Auflieger jeweils 1 % Schaden zu verpassen. Kein Werkstattfall, aber ein klares Signal, dass auch schwankender Untergrund ins Risikomanagement gehört.

Zurück in Deutschland: Rostock, Autobahn und Magdeburg
In Rostock rollt der Zug wieder auf festen Boden und damit zurück ins deutsche Netz. Die Umstellung auf vertraute Beschilderung, Autobahnen und Tempolimits schafft sofort klassischen „Heimspiel“-Charakter – trotz ausländischem Kennzeichen und skandinavischer Vorgeschichte wirkt ab hier vieles wieder wie Alltag.
Die Route führt anschließend über typische Autobahnabschnitte Richtung Magdeburg. Lärmschutzwände, zügiger Lkw-Verkehr und der übliche Mix aus Baustellenverdacht und freier Strecke bestimmen das Bild. W-10 bleibt dabei unauffällig: keine weiteren Kontakte mit der Polizei, keine zusätzlichen Schäden, dafür ein konstanter Lauf im wirtschaftlich sinnvollen Drehzahlbereich.
Magdeburg als neuer Netzknoten
Mit der Einfahrt in Magdeburg erweitert Westwood das eigene Netz um einen weiteren Knoten in Mitteldeutschland. Stadtverkehr, Ampelphasen und Spurwechsel verlangen nach einer kurzen Umstellung vom Autobahn-Tunnelblick zurück auf urbane Reaktionszeiten. Diesmal bleibt alles sauber: keine Tickets, keine Rempler, nur ein neuer Punkt auf der internen Netzkarte, der die Achse zwischen Norden und Erfurt spürbar stärkt.
Letzte Etappe nach Erfurt
Hinter Magdeburg folgt die letzte größere Etappe quer durch Mitteldeutschland. Die Mischung aus Autobahn und Zubringern ist landschaftlich weniger spektakulär als der skandinavische Teil der Tour, dafür klar effizient: stabile Geschwindigkeiten, keine nennenswerten Verzögerungen und ein Blick auf die Uhr, der bestätigt, dass W-10 trotz Fährschaukel und Bußgeldern voll im Plan liegt.

Ankunft bei Stokes in Erfurt: Strohballen im Kerngeschäft
Der letzte Abschnitt führt W-10 auf den Hof von Stokes Erfurt. Mit nur 1 % Schaden an Zugmaschine und Auflieger bleibt der Zug technisch voll einsatzfähig, die Fracht kommt vollständig an. Die letzten Rangiermanöver an der Rampe laufen routiniert, die Entladung der Strohballen schließt eine Tour ab, die wirtschaftlich klar im grünen Bereich liegt – trotz Seegang, Strafzetteln und skandinavischem Start.

