Deutschland komplett abgedeckt

Ein paar tausend Kilometer, diverse Baustellen und mehr als ein Strafzettel später können wir offiziell sagen: Deutschland ist komplett abgedeckt. Mit W-11, der Tour von Frankfurt nach München, hat Westwood Logistics im Kanon alle vorgesehenen deutschen Städte mindestens einmal angefahren – die interne Deutschlandkarte ist damit kein Flickenteppich mehr, sondern ein geschlossenes Netz.

Oder anders formuliert: München ist jetzt da, wo es hingehört, Stuttgart hängt sinnvoll dran, und der Disponent braucht keine kreative Ausrede mehr, wenn jemand fragt, ob man „mal eben noch eine neue deutsche Stadt freischalten“ könne.

Vom Start am Main zum eigenen Deutschlandnetz

Begonnen hat alles überschaubar: eine kleine Spedition in Frankfurt, ein paar Aufträge im Rhein-Main-Gebiet, erste Ausflüge nach Köln und ins Ruhrgebiet. W-01, W-02 und W-03 waren mehr Testfeld als Großprojekt – wichtig war vor allem, dass die Bilanz stimmt, der Lkw ganz bleibt und das HQ nicht nach der dritten Tour schon bei der Bank anrufen muss.

Frankfurt Fernbahnhof bei Nacht – Westwood Logistics auf leiser Spur Richtung Norden.
Frühe Westwood-Nacht in Frankfurt: Am Fernbahnhof begann das, was inzwischen ein flächendeckendes Deutschlandnetz geworden ist.

Aus diesen ersten Linien rund um Rhein und Ruhr ist Schritt für Schritt ein Netz geworden: Immer ein bisschen weiter nach Norden, immer eine Stadt mehr, immer eine Achse, die sich sinnvoll an das bestehende Raster anlegt. Was am Main begann, reichte bald bis zur Küste, später in den Osten und schließlich hinunter in den Süden.

Nord, Ost, Mitte, Süd – wie das Raster gewachsen ist

Der Norden kam vergleichsweise früh ins Spiel. Über Köln und Ruhrgebiet ging es nach Hamburg, später weiter nach Bremen, Kiel und Rostock. Der Hafenbereich, Brücken und Nachtfahrten an Containerterminals entlang sorgten dafür, dass Westwood schnell ein zweites Standbein jenseits von Rhein und Main hatte.

Nacht an der Köhlbrandbrücke in Hamburg – Westwood Logistics erreicht den Hafen auf leisen Reifen
Hamburg bei Nacht: Mit der Köhlbrandbrücke war der Sprung in den Norden geschafft – die Küste wurde Teil des Westwood-Alltags.

Parallel dazu wuchs die Ostachse. Über Touren Richtung Berlin und Dresden entstand ein Korridor, der den Norden und Osten an das bestehende Netz band. Ortseingangsschilder im Scheinwerferlicht, späte Ankünfte in Sachsen – all das gehört inzwischen zur Routine, war aber anfangs noch „Neuland“ im Dispo-Plan.

Ostachse im Kanon: Das Dresdner Ortsschild markierte früh, dass Westwood nicht nur zwischen Rhein und Ruhr unterwegs sein wollte.

In der Mitte wurden Kassel und Erfurt zu festen Knotenpunkten. Von hier aus ließen sich Nord- und Ostziele mit dem Süden verknüpfen, ohne jedes Mal über die gleichen Autobahnkreuze fahren zu müssen. Erfurt etablierte sich als ruhiger, aber wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Thüringer Raum – erst als Zwischenziel, später als Ausgangsbasis für weitere Touren.

Erfurt im Scheinwerferlicht: Die mitteldeutsche Achse wurde zum Bindeglied zwischen Norden, Osten und Süden.

Der Süden kam Stück für Stück dazu: Mannheim wurde zunächst als Ziel einer Ost-West-Relation eingebunden, später als Sprungbrett Richtung Stuttgart und Bayern genutzt. Nürnberg tauchte als neuer Fixpunkt auf der Karte auf, lange bevor klar war, wann genau München den offiziellen Status „abgefahren“ bekommen würde.

Mannheim im Regen: Spätestens hier war klar, dass der Süden mehr ist als eine Durchfahrt – er brauchte eigene Knoten im Netz.

W-10 und W-11: Zwei Touren als Kapitelabschluss

W-10 wirkt auf dem Papier „nur“ wie eine Rücktour: von Uppsala nach Erfurt, 7 Tonnen Strohballen, Ostsee-Fähre, am Ende ein klar positives Ergebnis. In der Praxis war es deutlich mehr. Die Route führte über Rostock zurück nach Deutschland und machte unterwegs endlich auch Magdeburg als Netzknoten fest. Die Stadt schob sich damit genau in die Lücke zwischen Nord und Mitte, die vorher nur theoretisch geschlossen war.

W-10 auf Rückweg nach Deutschland: Die Ostsee-Fähre schaukelt nicht nur den Lkw durch, sondern bringt auch Magdeburg ins Westwood-Raster.

Natürlich wäre W-10 keine Westwood-Tour ohne kleine Randnotizen: ein auffälliger Seegang, der jeweils 1 % Schaden an Zugmaschine und Auflieger hinterlässt, plus zwei Bußgelder in Schweden. Trotzdem bleibt die Tour deutlich im Plus – und wichtiger noch: Sie bringt das Netz so in Form, dass der Abschluss von „Kapitel Deutschland“ überhaupt möglich wird.

W-11 setzt dann den Deckel drauf. Von DomDepo Frankfurt geht es mit einer 13 t Metallspule nach Kathode München. Laut Navi eine überschaubare Kurzstrecke von rund 336 Kilometern, in der Realität durch Umleitungen und Schlenker schließlich etwa 420 Kilometer. Vollsperrung an der A5 bei Mannheim-Nord, Zubringer und Stadtverkehr inklusive – eine hervorragende Live-Demonstration von „realistischem Baustellen-Deutschland“.

Bemerkenswert ist weniger die Dramatik – die bleibt nämlich aus – als die Sauberkeit: 0 % Schaden, 0 € Bußgelder, dafür ein Profit von 2.954 €. Eine unspektakuläre, aber nahezu ideale Tour, um einen Meilenstein zu setzen: München ist offiziell eingebunden, die südlichen Achsen hängen sinnvoll im Raster, und das Kapitel „Deutschland vollständig“ ist abgeschlossen.

Finales Puzzleteil: Mit W-11 und der Einfahrt in die Münchner Region ist die deutsche Karte im Westwood-Kanon offiziell voll.

Was „Deutschland ist voll“ im Kanon bedeutet

„Voll“ heißt im Westwood-Kanon nicht, dass kein Lkw mehr auf die Autobahn darf. Es bedeutet: Alle relevanten deutschen Städte wurden mindestens einmal angefahren, die wichtigen Regionen haben ihre Knotenpunkte, und es existieren genug Relationen, um allein innerhalb Deutschlands sinnvoll und wirtschaftlich zu disponieren.

Mit anderen Worten: Wenn der Fahrer jetzt behauptet, er müsse unbedingt noch irgendeine „ganz neue deutsche Stadt“ entdecken, ist das eher Abenteuerlust als betriebliche Notwendigkeit. Das Netz steht. Von Frankfurt nach Kiel, von Hamburg nach Dresden, von Mannheim nach Nürnberg, von Erfurt nach München – es gibt kaum noch eine Kombination, die nicht mit bestehenden Linien abgedeckt wäre.

Ausblick: Deutschland als Basis, nicht als Grenze

Mit W-10 und W-11 ist das Kapitel „Deutschland aufbauen“ abgeschlossen, aber das Projekt Westwood natürlich nicht. Im Gegenteil: Jetzt wird der heimische Markt vom Experimentierfeld zur Basis – ein Rückzugsraum, in dem man immer wieder profitabel fahren kann, während der Blick über die Landesgrenzen hinausgeht.

Die nächste logische Etappe liegt im Norden: Skandinavien weiter ausbauen, bestehende Verbindungen nach Uppsala und darüber hinaus verdichten, vielleicht neue Häfen und Binnenknoten erschließen. Parallel dazu bieten sich andere Regionen an, in denen Westwood die gleichen Muster anwenden kann: erst einzelne Städte, dann Korridore, am Ende ein komplettes Netz.

Der Routenblog wird diesen Übergang begleiten: von Touren, die noch letzte weiße Flecken in Deutschland ausradieren mussten, hin zu Fahrten, die neue Länder erschließen. Deutschland bleibt dabei, was es mit W-11 offiziell geworden ist: voll – aber vor allem voll nutzbar als Rückgrat einer Spedition, die über den Rand der eigenen Karte hinausfährt.


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